Gesetzlichen Rahmenbedingungen in der Krankenpflege

Pflegeberufe-Reformgesetz

Einleitung

Angesichts der wachsenden Zahl pflegebedürftiger Menschen in Deutschland und veränderter Versorgungsstrukturen haben sich der Pflegebedarf sowie die Anforderungen an das Pflegepersonal gewandelt.1

So steigt in den Krankenhäusern der Anteil älterer Demenzkranker und in den Pflegeheimen nimmt der medizinische Behandlungsbedarf chronisch kranker Patienten zu.1,2 Zugleich wird der ambulante Pflegebereich immer wichtiger und ist in besonderer Weise auf breit qualifizierte und flexibel einsetzbare Pflegekräfte angewiesen.

Diese Entwicklung macht eine übergreifende pflegerische Qualifikation zur Pflege von Menschen aller Altersgruppen mit einem breiten Spektrum an Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten notwendig.1,2

Vor diesem Hintergrund wurde im Rahmen des Ersten Pflegestärkungesetzes (PSG I) auch eine Reform der Pflegeausbildung beschlossen.2

Das neue Pflegeberufe-Reformgesetz (PflBRef), dessen Entwurf im Januar 2016 im Bundeskabinett verabschiedet wurde, soll eine einheitliche Ausbildung zur "Pflegefachfrau" oder zum "Pflegefachmann" übergreifende Qualifikationen vermitteln.2

Damit werden die bisherigen drei getrennt geregelten Ausbildungen in der Altenpflege, der Krankenpflege sowie der Kinderkrankenpflege zu einem neuen einheitlichen Berufsbild zusammengeführt.1,4

Mit über 133.000 Auszubildenden ist der neue Pflegeberuf der größte Ausbildungsberuf in Deutschland.1

Da bis zum Beginn der neuen Ausbildung weitere Voraussetzungen geschaffen werden müssen, wird das Gesetz stufenweise in Kraft treten; das Pflegeberufegesetz gilt für alle Ausbildungen, die ab dem 1. Januar 2020 begonnen werden.5

Wesentliche Neuerungen

Zu den wesentlichen Neuerungen des Pflegeberufe-Reformgesetzes (PflBRef) gehören vor allem:1

  • Die neuen Pflegefachkräfte
    • haben Fähigkeiten in allen Pflegebereichen
    • können sich spezialisieren
    • lernen von erfahrenen Pflegekräften
    • müssen kein Schulgeld bezahlen und erhalten eine Ausbildungsvergütung
    • können ein wissenschaftliches Pflegestudium anschließen

Ablauf und Voraussetzungen

Die bisher im Altenpflegegesetz und im Krankenpflegegesetz getrennt geregelten Pflegeausbildungen werden in einem neuen Pflegeberufegesetz zusammengeführt.

Alle Auszubildenden erhalten zwei Jahre lang eine gemeinsame, generalistisch ausgerichtete Ausbildung, in der sie einen Vertiefungsbereich in der praktischen Ausbildung wählen. Auszubildende, die im dritten Ausbildungsjahr die generalistische Ausbildung fortsetzen, erwerben den Berufsabschluss „Pflegefachfrau“ bzw. „Pflegefachmann“.

Auszubildende, die ihren Schwerpunkt in der Pflege alter Menschen oder der Versorgung von Kindern und Jugendlichen sehen, können wählen, ob sie – statt die generalistische Ausbildung fortzusetzen – einen gesonderten Abschluss in der Altenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege erwerben wollen.

Nach zwei Dritteln der Ausbildung wird eine Zwischenprüfung zur Ermittlung des Ausbildungsstandes eingeführt.

Ergänzend zur beruflichen Pflegeausbildung wird ein Pflegestudium eingeführt.
Zukünftig wird kein Schulgeld mehr gezahlt werden. Zudem haben die Auszubildenden Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung.
Die neuen Pflegeausbildungen werden im Jahr 2020 beginnen. Pflegeschulen und Ausbildungseinrichtungen bleibt so genug Zeit, um sich auf die neuen Ausbildungen einzustellen.

Voraussetzung für die neue Pflegeausbildung ist ein mittlerer Schulabschluss oder eine zehnjährige allgemeine Schulbildung.5

Möglich ist die Ausbildung auch mit einem Hauptschulabschluss, sofern weitere Qualifikationen vorliegen.5 Dazu gehören beispielsweise eine erfolgreich abgeschlossene mindestens zweijährige Ausbildung oder eine einjährige Ausbildung in der Pflegeassistenz.