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Akute Myeloische Leukämie

3 min

Die Akute Myeloische Leukämie (AML) ist eine Krebserkrankung des blutbildenden Systems.

Erkankung

Die Akute Myeloische Leukämie (AML) ist eine Krebserkrankung des blutbildenden Systems, bei der es zu einer unkontrollierten Vermehrung einer myeloischen Stammzelle kommt. Die Krebszellen überwuchern dabei das gesunde Knochenmark, was zu erheblichen Einschränkungen der normalen Blutbildung (Hämatopoese) führt. Unbehandelt kann die AML in kurzer Zeit zum Tod führen.

Die Erkrankung ist biologisch heterogen, was bedeutet, dass sie durch eine Vielzahl unterschiedlicher Mutationen hervorgerufen werden kann. Die Einteilung der verschiedenen Subtypen erfolgt auf Basis der WHO-Klassifikation nach verschiedenen Kriterien.

Ursachen und Risikofaktoren

Ursache der AML ist die krankhafte Vermehrung einer myeloischen Zelle im Knochenmark. Diese einzelne Zelle vermehrt sich extrem, jedoch reifen die Tochterzellen (Klone) nicht zu funktionsfähigen Blutzellen aus, sondern bleiben in einem funktionslosen Vorläuferstadium. Das gesunde Knochenmark wird von den Krebszellen verdrängt. Dadurch wird die Produktion gesunder Blutzellen stark reduziert und es kommt zu einem Mangel aller drei Blutzellreihen, also der weißen und roten Blutkörperchen sowie der Blutplättchen.

Fortschritte in molekulargenetischen Untersuchungsmethoden führten zu der Erkenntnis, dass eine Vielzahl unterschiedlicher Mutationen Auslöser der Erkrankung sein können. Diese werden aufgrund ihrer Effekte auf die Zellbiologie der betroffenen Zelle in neun Gruppen unterteilt. Bei vielen Erkrankten liegen gleichzeitig mehrere Mutationen vor. Welche Mutationen genau vorliegen, hat zudem einen Einfluss auf die Entwicklung der Krankheit (Prognose) und die Wirksamkeit verschiedener Therapieoptionen für die Betroffenen.

Es kann außerdem vorkommen, dass nicht nur eine, sondern mehrere mutierte Zellen vorliegen (klonale Heterogenität). Die mengenmäßig am meisten vorkommenden Zellen nennt man in diesem Fall Hauptklone, die weniger häufigen werden Subklone genannt. Das Vorhandensein von Subklonen und deren Zytogenetik bzw. Molekulargenetik kann ebenfalls einen Einfluss auf das Therapieansprechen und auf das Risiko eines Rückfalls (Rezidiv) haben.

Man unterteilt die Erkrankung anhand ihrer Entstehung in die primäre (oder „de novo“) und die sekundäre Akute Myeloische Leukämie. Eine primäre Erkrankung liegt vor, wenn diese ohne Vorerkrankung auftritt. Die sekundäre AML entwickelt sich aus einer Vorerkrankung wie z. B. einem Myelodysplastischen Syndrom (MDS) oder als Folge einer früheren Chemo- oder Strahlentherapie.

Als Risikofaktoren für die Entstehung einer AML gelten vor allem:

  • Exposition gegenüber radioaktiver Strahlung
  • Kontakt mit krebserregenden Stoffen in Tabak, Mineralölprodukten, Farben, Herbiziden und Pestiziden
  • Behandlung mit Zytostatika (vor allem aus der Gruppe der Alkylanzien und der Topoisomerase II-Hemmer)
  • Vorliegen von Myelodysplastischen Syndromen als Vorerkrankung

Symptome

Bei einer AML treten anfangs oft eher unspezifische Symptome auf, die mit der reduzierten Blutbildung zusammenhängen.

Die Symptome werden nach den betroffenen Zelllinien bzw. dem Mangel dieser Zellen unterteilt.

Neutropenie-assoziierte Symptome

  • Gehäuftes Auftreten von Infektionen (vor allem bakterielle Atemwegsinfekte und Pilzinfekte der Haut)

Anämie-assoziierte Symptome

  • Blässe der Schleimhäute (Mund, Nagelbett)
  • Müdigkeit
  • Verminderte Leistungsfähigkeit

Thrombozytopenie-assoziierte Symptome

  • Spontane Gefäßblutungen (Petechien und Ekchymosen)
  • Starke und langanhaltende Menstruationsblutung (Menorrhagie)
  • Spontane Schleimhautblutungen wie Nasenbluten (Epistaxis) oder Zahnfleischblutungen
  • Neigung zu blauen Flecken/Hämatomen

Zudem kann die Anzahl der Leukozyten im Blut verändert sein. Bei etwa 60 % der Erkrankten liegt eine Erhöhung der Leukozytenzahl im Blut (Leukozytose) vor.  Überschreitet die Leukozytenzahl einen bestimmten Wert, kann dies zu einem akuten hämatologischen Notfall führen, der sofort behandelt werden muss. Seltener ist die Leukozytenzahl vermindert. Dies kommt vor allem bei Erkrankten vor, die unter einer sekundären bzw. therapieassoziierten AML leiden.

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