Krebstherapie

Operation

Eine Operation (OP) ist bei den meisten Krebsarten die wichtigste Behandlungsform und dient der Entfernung des Tumors, entweder zu Untersuchungszwecken oder zur eigentlichen Behandlung.1

Die Bandbreite der Tumorchirurgie ist groß und reicht von einem kleinen Schnitt zum Entfernen einer verdächtigen Veränderung bis hin zu ausgedehnten Eingriffen.1 Bei letzteren werden neben dem Tumor auch große Anteile des befallenen Organs, Lymphknoten und umgrenzendem Gewebe entfernt. Operative Eingriffe können zudem auch notwendig für die Linderung tumorbedingter Komplikationen sein.

Allgemein gilt bei allen Krebsoperationen, dass sie so ausgedehnt wie nötig, aber gleichzeitig auch so schonend wie möglich durchgeführt werden.2 Im Idealfall lässt sich der Tumor vollständig entfernen, und das betroffene Organ selbst und seine Funktion bleiben erhalten.

Prinzipiell können Operationen nach der herkömmlichen Technik oder minimal-invasiv durchgeführt werden.

Bei Krebsoperationen steht die Sicherheit im Vordergrund, den Tumor vollständig zu entfernen. Daran orientiert sich auch die Entscheidung, ob minimal-invasive Verfahren eingesetzt werden können oder ob eine offene Tumoroperation besser für den jeweiligen Patienten geeignet ist.1,2

Ärzte bei einer Krebsoperation

Herkömmliche Operationstechnik

Herkömmliche Operationen sind so genannte offene Operationen.1,2 Dabei muss der Chirurg die entsprechende Körperhöhle öffnen, um zum Operationsgebiet zu gelangen und dort den Eingriff ausführen zu können.3 Dafür sind größere Schnitte mit Verletzung von Haut und Weichteilen notwendig, weswegen eine offene OP auch als ein invasives Verfahren bezeichnet wird.

Bei einer Eröffnung des Brustkorbs (Thorax) sprechen Fachleute von einer "Thorakotomie", ein offener Eingriff am Bauch wird "Laparotomie" genannt.1 Nach Beendigung des Eingriffs wird die Körperhöhle wieder verschlossen.3

Der Vorteil offener Operationen ist das große Operationsfeld.3 Der Chirurg gewinnt eine bessere und direkte Einsicht, und die Organe lassen sich gut im Gesamten überblicken. Mögliche Nachteile sind postoperative Schmerzen, Flüssigkeitsverlust, Verwachsungen und spätere Narbenbildung.

Minimal-invasive Eingriffe

Bei minimal-invasiven Eingriffen setzt der Chirurg nur einen oder wenige kleine Schnitte, Haut und Weichteile werden dabei nur minimal verletzt.1

Diese schonendere Operationstechnik wird oft auch als „Knopfloch“- oder „Schlüsselloch“-Chirurgie bezeichnet, weil sie einen kleineren Eingriff in den Körper als die herkömmliche "offene" Operation bedeuten.1,2

Durch die kleinen Schnitte werden Instrumente eingeführt, an deren Ende sich ein Kamerasystem befindet (Endoskop).1 Damit kann der Chirurg auf dem Bildschirm das Körperinnere des Patienten betrachten und mit dem ebenfalls eingeführten Operationsbesteck die Entfernung des Tumors vornehmen.

Die endoskopische Sichtung ("Spiegelung") der Bauchhöhle wird Laparoskopie genannt, die Sichtung des Brustkorbs ist die Thorakoskopie.1 Ein minimal-invasiver Eingriff im Bauchraum bzw. im Brustraum wird entsprechend als laparoskopischer bzw. thorakoskopischer Eingriff bezeichnet.

Als Vorteile der minimal-invasiven Eingriffe gelten2

  •  die schnellere Erholung des Patienten
  •  die Reduktion von Schmerzmitteln
  •  die schnellere Entlassung aus der Klinik

Jedoch sind auch die minimal-invasiven Operationsmethoden nicht frei von Komplikationen und können zudem nicht bei jedem Tumorpatienten eingesetzt werden.1,2

Daher ist immer eine individuelle Entscheidung notwendig, welches Verfahren für den Patienten und seine Erkrankung am besten geeignet ist.2