Skip to main content

Hodgkin-Lymphom

3 min

Das Hodgkin-Lymphom, früher auch Morbus Hodgkin oder Lymphogranulomatose genannt, ist eine bösartige (maligne) Erkrankungen der Lymphknoten und des lymphatischen Systems ("Lymphdrüsen-Krebs").

Erkrankung

Das lymphatische System ist Teil des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsystem) und besteht vor allem aus:

  • Lymphgefäßen
  • Lymphknoten
  • Rachen- und Gaumenmandeln
  • Milz
  • Lymphatisches Gewebe im Magen-Darm-Trakt

Die Erkrankung hat ihren Namen nach dem englischen Arzt Thomas Hodgkin, der die Krankheit im Jahr 1832 zum ersten Mal beschrieb.

Im Vergleich zu anderen Krebsarten wie Brustkrebs oder Dickdarmkrebs ist das Hodgkin-Lymphom eher selten, in Deutschland erkrankten im Jahr 2016 etwa 1.430 Männer und 1.060 Frauen neu.

Das Hodgkin-Lymphom kann prinzipiell in jedem Alter auftreten, ist jedoch mit einem Gipfel im 3. Lebensjahrzehnt eine der häufigsten bösartigen Erkrankungen im jungen Erwachsenenalter.

Das Hodgkln-Lymphom gehört zu den am besten behandelbaren Krebserkrankungen im Erwachsenenalter mit einer entsprechend günstigen Prognose: Die Heilungsraten liegen bei 80% bis 90%.

Ursachen und Risikofaktoren

Beim Hodgkin-Lymphom kommt es zunächst in den Lymphknoten zu einer unkontrollierten Vermehrung der weißen Blutkörperchen, (B-Lymphozyten)  die ursprünglich für die körpereigene Abwehr (Immunabwehr) zuständig sind.

Im weiteren Verlauf können die bösartig entarteten B-Lymphozyten die Lymphknoten und das lymphatische System verlassen und zusätzlich weitere Organe befallen.

Bisher sind einige mögliche Risikofaktoren für die Entwicklung eines Hodgkin-Lymphoms bekannt, die Erkrankung kann jedoch auch ohne Vorliegen dieser Risikofaktoren auftreten:

  • Virusinfektionen
    • Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers)
    • HI-Virus
    • Hepatitis B-Virus
  • Rauchen
  • Genetische Veranlagung

Krankheitsverlauf und Symptome

Zu den Symptomen des Hodgkin-Lymphoms gehören:

  • Schmerzlose Lymphknotenschwellung (bei ca. 70% der Patienten)
    • Am häufigsten Auftreten am Hals (zervikal) oder hinter dem Brustbein (mediastinal), seltener in den Achselhöhlen (axillär) oder in der Leistengegend (inguinal)
    •  Die Lymphknoten haben eine derbe, gummiartige Konsisten
  • B-Symptomatik (bei ca. 40% der Patienten)
    • Nicht anderweitig erklärbares Fieber über 38°C
    • Nicht anderweitig erklärbarer Nachtschweiß (Wechsel der Nachtwäsche)
    • Nicht anderweitig erklärbarer Gewichtsverlust von mehr als 10% des Körpergewichtes innerhalb von 6 Monaten
  • Andere mögliche Symptome
    • Leistungsminderung
    • Juckreiz (Pruritus)
    • Lymphknotenschmerz nach Alkoholgenuss
      • sog. „Alkoholschmerz“; selten, aber typisch für das Hodgkin-Lymphom
    • Bei vergrößerten Lymphknoten hinter dem Brustbein: Andauernder Reizhusten und Atemnot
    • Bei Befall des Knochenmarks: Veränderungen des Blutbilds

Animationen und Videos

Entdecken Sie hilfreiche Informationen und Inhalte aufgearbeitet in Animationen und Filmen.