Indikationen Onkologie

Bauchspeichel-drüsenkrebs

Erkrankung

Pro Jahr erkranken in Deutschland ca. 16.700 Menschen (8.480 Frauen, 8.250 Männer) an Krebs der Bauchspeicheldrüse (Pankreaskarzinom).1 Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 75 Jahren für Frauen und 71 Jahren für Männer.

Bauchspeicheldrüsenkrebs verursacht nur selten Frühsymptome. Deshalb wird der Tumor oft erst spät erkannt. Entsprechend ungünstig ist der Krankheitsverlauf: Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt in Deutschland für Frauen bei 9% und für Männer bei 8%.1

Ursachen und Risikofaktoren

Warum sich Bauchspeicheldrüsenkrebs entwickelt, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Es sind jedoch bestimmte Faktoren bekannt, die das Risiko für diese Erkrankung erhöhen können. Dazu gehören vor allem:

  • Rauchen1,2
  • Starkes Übergewicht (Adipositas)1,2
  • Dauerhafte (chronische) Entzündung der Bauchspeicheldrüse (chronische Pankreatitis)1,2,3
  • Zuckerkrankheit vom Typ 2 (Typ 2-Diabetes)1,2,3
  • Familiäre Belastung4
    • Menschen, in deren Familie ein Verwandter ersten Grades an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist, haben ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko

Symptome

In frühen Stadien der Erkrankung haben Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs nur selten Beschwerden. Später können die folgenden Symptome auftreten:5

  • Schmerzen im Oberbauch oder Rücken
  • Appetitmangel, Gewichtsverlust
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verdauungsstörungen
  • Juckreiz
  • Gelbfärbung der Haut oder der Augäpfel (Gelbsucht; Ikterus) durch Störung des Gallenabflusses

Diagnose

Die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs kann mit mehreren bildgebenden Untersuchungen gestellt werden. Dazu gehören:6

  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Oberbauches (Abdomen)
  • Ultraschalluntersuchung „von innen“ (Endosonographie)
    • Dabei schluckt der Patient einen dünnen Schlauch, an dessen Ende sich ein kleiner Ultraschallkopf befindet
    • Der Schlauch wird über die Speiseröhre und den Magen bis in den Zwölffingerdarm geschoben
    • Von dort lässt sich die Bauchspeicheldrüse gut darstellen
  • Computertomographie (CT)
  • Magnetresonanz-Tomographie (Kernspin; MRT) in Verbindung mit einer Magnetresonanz-Cholangiopankreatikographie (MRCP)
    • Mit dieser MRT-Spezialuntersuchung können gezielt die Bauchspeicheldrüse sowie die Gallengänge dargestellt werden
  • Ausbreitungsdiagnostik (Staging)
    • Um festzustellen, wie weit sich der Tumor in der Bauchspeicheldrüse ausgeweitet hat und ob bereits benachbarte Organe betroffen sind, wird eine Ausbreitungsdiagnostik (Staging) durchgeführt. Die Einteilung der Tumorstadien erfolgt mittels der TNM-Klassifikation.
Pankreaskrebs in der Computertomographie(CT)

Therapie

Als Behandlungsmöglichkeiten bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs stehen unter anderem die folgenden Optionen zur Verfügung:7

Im Rahmen einer Chemotherapie erhalten die Patienten Medikamente, mit denen das Wachstum bzw. die Teilung von Tumorzellen verhindert werden sollen. Diese Medikamente werden Zytostatika ("Zellteilungs-Hemmer") genannt.

Bei der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs kann eine Chemotherapie im Anschluss an die Operation unterstützend (adjuvant) mit z.B. Gemcitabin oder 5-Fluoruracil (5-FU) oder bei fortgeschrittener Erkrankung symptomlindernd (palliativ) mit z.B. FOLFIRINOX, nab-Paclitaxel und Gemcitabin eingesetzt werden.8

Detailliertere Informationen zu den allgemeinen Prinzipien der Chemotherapie sowie den typischen Nebenwirkungen und ihrer Behandlung finden Sie unter "Chemotherapie".

Medikamente der zielgerichteten Therapien (engl. "Targeted therapies") hemmen bestimmte Signalwege, die in den Tumorzellen oder Gefäßzellen besonders aktiviert sind, und wirken damit gegen bösartiges Gewebe.

Für die Behandlung von Patienten mit Krebs der Bauchspeicheldrüse stehen als Angriffspunkt der zielgerichteten Therapie die Hemmung der Wachstumssignale zur Verfügung.9

Mehr Informationen zu den Wirkmechanismen der zielgerichteten Therapien, ihren typischen Nebenwirkungen und deren Behandlung erhalten Sie unter "Zielgerichtete Therapien".