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Glioblastom

3 min

Primäre Hirntumore zählen zu den Krebserkrankungen des Zentralnervensystems (ZNS).  Davon zu unterscheiden sind Tochtergeschwülste (Metastasen) von Tumoren in anderen Organen, die ins Gehirn gestreut haben.

Erkrankung

Im Jahr 2016 erkrankten ca. 3.460 Frauen und 3.970 Männer in Deutschland an einem Tumor des Gehirns oder Rückenmarks.  Männer sind in allen Altersbereichen öfter betroffen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt für Frauen bei 66 Jahren und für Männer bei 62 Jahren. ZNS-Tumore können jedoch in jedem Lebensalter auftreten, auch bei Kindern und Jugendlichen.

Gehirntumore entwickeln sich aus den unterschiedlichen Zellen des ZNS.  Daher gibt es eine Vielzahl verschiedener Tumorarten, die anhand der Gewebeprobe (Biopsie) im Rahmen der Diagnose vor allem nach zwei Kriterien unterteilt werden:

  • Nach der Zellart, aus der sich der Tumor entwickelt hat, dazu gehören insbesondere
    • Gliome
      • sind mit ca. 50% die häufigsten Gehirntumore
      • entwickeln sich aus den Stützzellen (Glia-Zellen) des Gehirns
      • Zu den Gliomen gehören:
        • Astrozytom
        • Glioblastom
        • Oligodendrogliom
        • Ependymom
      • Medulloblastom
      • Meningeom
      • Neurinom
      • Lymphome
  • Nach dem Wachstumsverhalten des Tumors
    • Einteilung in 4 verschiedene Tumor-Grade nach der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Das Glioblastom (auch Glioblastoma multiforma genannt) ist eine besonders bösartige Form eines Glioms (WHO-Grad IV).
Zugleich ist das Glioblastom mit einem Anteil von ca. 50% das häufigste Gliom und tritt vor allem im Großhirn bei Erwachsenen auf.
Der Altersgipfel der Erkrankung liegt zwischen dem 45. und 70. Lebensjahr.
Die folgenden Absätze beziehen sich auf das Glioblastom.

WHO-Gradierung von ZNS-Tumoren

Tumore des Zentralnervensystems (ZNS) können nach ihrem Wachstumsverhalten gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in vier Grade eingeteilt werden:

  • WHO Grad I (gutartig)
  • WHO Grad II (noch gutartig)
  • WHO Grad III (bereits bösartig)
  • WHO Grad IV (bösartig)

Dabei entspricht der WHO Grad I einem gutartigen und nur langsam wachsenden Tumor mit günstigem Verlauf (Prognose), während ein Tumor mit WHO Grad IV besonders bösartig ist, schnell wächst und eine schlechte Prognose hat.

Ursachen und Risikofaktoren

Trotz umfangreicher Forschung konnte bisher nicht geklärt werden, was die Ursachen für die Entwicklung von primären Hirntumoren wie dem Glioblastom sind.  Wenige Patienten mit sehr seltenen erblichen Tumorsyndromen haben ein erhöhtes Risiko an Hirntumoren zu erkranken. Weitere Risikofaktoren werden diskutiert, sind aber nicht belegt.

Symptome

Glioblastome können sich innerhalb weniger Wochen entwickeln, so dass unter anderem die folgenden klinischen Symptome in einem kurzen Zeitraum auftreten können:

  • Neu auftretende epileptische Krampfanfälle
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Neurologische Herdzeichen, z. B.
    • Lähmung
    • Sprachstörung
    • Sehstörung
    •  Ungeschicklichkeit
  • Zeichen erhöhten Hirndrucks
    • Kopfschmerzen
    • Übelkeit
    • Erbrechen
    • Bewusstseinstrübung

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